Sonntag 17. Dezember 2017

Inhalt:

Vorreiterin statt Nachzüglerin


Die katholische Kirche in Österreich hat durch das Öffentlichwerden von Missbrauch und Gewalt in ihren eigenen Reihen sowie durch den mehr als fragwürdigen Umgang  damit bis in die jüngere Gegenwart viel an Vertrauen eingebüßt. Auch wenn das zunächst eine Krise der „Autoritäten“ ist, fühlen wir uns als (Laien)Christinnen und Christen in zweifacher Weise besonders betroffen: diese Vorgänge verdunkeln das Evangelium Christi und sie schwächen die gesellschaftliche Wirkkraft der Kirche, z. B. ihr Eintreten für sozial Schwache, für eine gerechtere Steuer- und Bildungspolitik, für faire und menschenwürdige Behandlung  von AsylwerberInnen.

 

Da es sich bei Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern um ein gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem handelt, erwarten wir von der Kirche, auch aus ihrer eigenen Betroffenheit und Verantwortung heraus, dass sie vom Nachzügler zum Vorreiter wird, was AUFKLÄREN, HELFEN und VORBEUGEN angeht. Als Katholische Aktion bieten wir auf diesem Weg unsere Mitarbeit an. Helfen Sie uns dabei, indem Sie hier angeben, welche der folgenden Forderungen sie unterstützen bzw. wie Sie diese bewerten. Danke.



Wir fordern eine klare „Option für die Opfer“

1.  durch die Schaffung von Ombudsstellen, die mit von der Kirche unabhängigen Experten/innen besetzt und in die Erarbeitung konkreter und österreichweit gültiger Unterstützungsmaßnahmen eingebunden sind.

2. durch das Eintreten für eine Verlängerung der Verjährungsfristen und österreichweite Informationspflicht bei Vorliegen schwerwiegender Verdachtsmomente bzw. über straffällig gewordene Täterinnen und Täter.


Wir fordern entschlossene Maßnahmen zur Prävention

3. durch eine sorgfältige, psychologisch gestützte Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten für den Priester- und Ordensberuf unter Einbeziehung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Laienorganisationen aus Pädagogik, Psychologie und Beratung sowie den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit.

4. durch umfassende Begleitung von Priestern und Ordensleuten mit Supervision


Wir fordern eine ehrliche Ursachenforschung,


inwieweit bestimmte Rahmenbedingungen Missbrauch begünstigen und Aufklärung behindern

5. durch das Hinterfragen von Machtstrukturen, Abhängigkeiten, „geschlossenen Systemen“ und „hochstilisierten“ Priesterbildern

6.  durch eine humanwissenschaftlich und biblisch fundierte Überprüfung der kirchlichen Sicht- und Sprechweise über Sexualität


7.  durch das Erforschen von möglichen Zusammenhängen zwischen „Pflichtzölibat“, Persönlichkeitsentwicklung und unreifer Sexualität


Wir fordern eine Offensive gegen Misshandlung und sexuellen Missbrauch


8.  durch Kooperationen mit in diesem Bereich tätigen Organisationen und Initiativen und entschlossenes Auftreten für umfassende Kinderrechte


Wir fordern Mitgestaltung


9.  durch die Schaffung eines entscheidungsbefugten Forums von Delegierten der Bischofskonferenz, Priesterräten, Orden und Laienorganisationen zur Überwindung der Vertrauenskrise und zur lösungsorientierten Aufarbeitung innerkirchlicher und gesellschaftlicher Probleme und Herausforderungen.


In diesem Forum werden unter anderem klare Selbstverpflichtungen der Kirche und verbindliche Regeln für alle Diözesen und Ordensgemeinschaften, wie im Fall von Missbrauch und Gewalt vorzugehen ist, erarbeitet.



Mein Beitrag (Zufallsanzeige):

Berger Brigitte 01.04 2010
Die Kirche ist für mich nicht fehlerfrei, dennoch sehr kostbar. In ihr leben und arbeiten Menschen und Kirche sind bekanntlich ja wir alle, auch ich. Ich bin gefragt, meine Gaben und Talente einzubringen, meinen Glauben weiterzugeben und von der Hoffnung zu erzählen, die mich trägt. Soeben komme ich von der Gründonnerstagsliturgie nachhause. Welche Schätze doch in der Kirche zu finden...

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