Sonntag 17. Dezember 2017

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KAP: Katholische Aktion bündelt "kritische Loyalität zur Kirche"

Website www.engagieren-statt-resignieren.at geht online - "Kirche muss sich jetzt verändern", um verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen.

(KAP) Ein immer mehr an Bedeutung verlierende Kirche wäre ein Verlust für die Gesellschaft: Dies trotz der jüngsten Missbrauchsmeldungen und der Reformerfordernisse zu betonen ist das Anliegen einer Kampagne der Katholischen Aktion (KAÖ), die dazu aufruft, "kritische Loyalität zur Kirche zu zeigen". Prominente Persönlichkeiten aus vielen Bereichen der Gesellschaft wurden kontaktiert, um zu formulieren, warum ihnen die Kirche persönlich wichtig ist, und warum die Gesellschaft insgesamt "ohne Kirche um vieles ärmer wäre". Nachzulesen sind diese Statements ab Mittwochmittag auf der dann freigeschalteten Webseite www.engagieren-statt-resignieren.at, heißt es in einer KAÖ-Ankündigung.

Die jüngsten zahlreichen Meldungen über Missbräuche, "begangen vor allem durch Priester der katholischen Kirche, und der Umgang der Kirche mit Missbrauchs- und Gewaltfällen in der Vergangenheit haben viele Menschen zurecht empört und verstört", heißt es in der von KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt unterzeichneten Aussendung. "Die Verfehlungen der Vergangenheit - und die Fehler aus jüngerer Zeit - müssen zu klaren Konsequenzen führen", fordert die Katholische Aktion. Auch diese Verfehlungen "begünstigende Faktoren in der Struktur und Lehre der Kirche" seien vorurteilsfrei zu analysieren: "Kirche muss sich jetzt verändern", um verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wieder zurückzugewinnen.

Bei aller "verständlichen Entrüstung" über Fehlhaltungen in der katholischen Kirche wäre die "Gesellschaft ohne Kirche um vieles ärmer", denn diese "hält den Gottesglauben wach, stützt Solidarität, bewahrt Kultur, ist zu Lebenswenden präsent, bringt Werte jenseits von Materialismus ein, erzieht, heilt, berät, feiert und gibt vielen Menschen eine spirituelle Heimat". Die KAÖ erinnert in diesem Zusammenhang an die Umfrage einer Tageszeitung, dass diese Überzeugung von vielen Österreichern geteilt wird und sogar mehrheitlich der Meinung ist, der Glaube solle an Bedeutung gewinnen.

Die Katholische Aktion als "Zusammenschluss überzeugter Laien", denen Engagement gegen Unrecht und "aufrichtiges Leben aus dem Glauben" wichtig ist, will Aufarbeitung von Missbrauch und Gewalt vorantreiben und Reformen befördern. Die Webseite www.engagieren-statt-resignieren.at solle ein Beitrag dazu sein. "Wir wollen verdeutlichen, dass es innerhalb der Kirche viele Persönlichkeiten gibt, die ihren Glauben mit Kritik und Differenzierungsfähigkeit zu verbinden wissen", heißt es wörtlich in der KAÖ-Aussendung. "Und wir möchten austrittswillige kritische Geister wissen lassen, dass sie gebraucht werden, um Schritte in Richtung einer reformwilligen Kirche auf der Höhe der Zeit zu gehen."

Die KAÖ ruft dazu auf, auf der neuen Webseite ein Statement abzugeben und sich auch an einer Umfrage zu beteiligen, die Forderungen der KAÖ zu akuten und vorbeugenden Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche aufgreift.

Busek: Glaube und Gemeinschaft der Christen sind unverzichtbar

"Der Glaube und die Gemeinschaft der Christen sind ein unverzichtbares Angebot an die Menschen und die Welt!": Mit diesen Worten hat sich der frühere Vizekanzler und ÖVP-Politiker Erhard Busek auf der KAÖ-Webseite www.engagieren-statt-resignieren.at eingetragen. Ihm sei Kirche wichtig, "weil man Werte nicht auf Plakaten einfordern kann, wenn man keine hat".

Auch der Soziologe und Kulturanthropologe Roland Girtler schätzt die katholische Kirche, weil sie - wie er schreibt - "Menschen einander näher bringt", "zur Menschenliebe aufruft" und "wesentliche, auf Gott bezogene Werte durch die Evangelien vermittelt". Die Kirche erfülle auch einen Bildungs- und Kulturauftrag, so Girtler - "ganz im Sinne Christi, der selbst als Lehrer auftrat".

Laut dem Diplomaten Emil Brix ist die Kirche wichtig, weil sie seit ihrer Gründung den Auftrag habe, "eine gerechte und zivile Gesellschaft zu schaffen", und damit Hoffnung gebe. Dafür müsse sie freilich "in der Zeit stehen und in ihrem Verhalten in jeder Hinsicht glaubwürdig sein, aus Fehlern lernen und Fortschritt mit seinen Chancen für Menschen wollen".

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Stefan Wallner, würdigte in seinem Statement die hohe soziale Kompetenz in der Kirche. Es brauche Menschen, "die in den Gemeinden hinschauen und nicht wegschauen, wenn es um Not geht". Gerade in schwierigen Zeiten müsse "am Zusammenhalt gebaut werden".
Votum für Umgang mit Missbrauch gefragt.

Besucher der Webseite können auch ein Votum zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche abgeben, die Forderungen der Katholischen Aktion entsprechen: Die Internet-User können z.B. ihre Meinung mit 1 (= sehr wichtig) bis 5 (= unwichtig) darüber abgeben, ob es zu einer Verlängerung der Verjährungsfristen kommen oder neue Auswahlverfahren für Priesteramtskandidaten und Novizen geben soll.

Kirche muss sich jetzt verändern

Ab 31. März 2010 um 12.00 Uhr ist die Projekt-Website www.engagieren-statt-resignieren.at der Katholischen Aktion Österreich online, um den vielen Menschen, die sich an sie gewendet haben, eine Möglichkeit zu bieten, sich zu Wort zu melden. Das Projekt wird durch zahlreiche Organisationen unterstützt.

 

Die vielen Meldungen über Missbräuche, begangen durch Priester der Katholischen Kirche, und der Umgang der Kirche mit Missbrauchs- und Gewaltmeldungen in der Vergangenheit haben viele Menschen zurecht empört und verstört.


Die Verfehlungen der Vergangenheit - und die Fehler aus jüngerer Zeit - müssen zu klaren Konsequenzen führen, damit so etwas möglichst nie wieder passiert. Auch begünstigende Faktoren in der Struktur und Lehre der Kirche müssen vorurteilsfrei analysiert werden. Nur so können aufrichtig die nötigen Schritte gesetzt werden, um verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wieder zurückzugewinnen.


Nach der Umfrage einer Tageszeitung sind viele Menschen der Meinung, dass ein Bedeutungsschwund der Kirche ein Verlust für die Gesellschaft wäre. Diese Umfrage zeigt weiters auf, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung ist, der Glaube solle an Bedeutung gewinnen. (Nähere Informationen dazu finden Sie hier ). Bei aller verständlichen Entrüstung über Fehlhaltungen in der katholischen Kirche ist es nicht zu verleugnen, dass unsere Gesellschaft ohne Kirche um vieles ärmer wäre, denn sie hält Gottesglauben wach, stützt Solidarität, bewahrt Kultur, ist zu Lebenswenden präsent, bringt Werte jenseits von Materialismus ein, erzieht, heilt, berät, feiert und gibt vielen Menschen eine spirituelle Heimat.


Die Katholische Aktion ist ein Zusammenschluss überzeugter Laien: Männer, Frauen, Kinder und Jugendlicher. Sie steht für Engagement gegen Unrecht und für aufrichtiges Leben aus dem Glauben. Sie wird aktiv gegen Resignation und Rückzug. Um wieder an Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu gewinnen sind aber auch ganz konkrete Maßnahmen nötig. Diese müssen eingefordert werden, an diesen wollen wir als Laien auch kompetent mitarbeiten.


Diese Website ist ein Beitrag dazu. Wir hoffen, dass viele mitmachen, kritische Loyalität zur Kirche zeigen und wir dadurch einander stärken und ermutigen. Wir wollen verdeutlichen, dass es innerhalb der Kirche viele Persönlichkeiten gibt, die ihren Glauben mit Kritik und Differenzierungsfähigkeit zu verbinden wissen. Und wir möchten austrittswillige kritische Geister wissen lassen, dass sie gebraucht werden, um Schritte in Richtung einer reformwilligen Kirche auf der Höhe der Zeit zu gehen.


Daher sind alle eingeladen, auf der Projekt-Website www.engagieren-statt-resignieren.at ein persönliches Statement abzugeben und sich an einer Umfrage zu Forderungen der KAÖ zu akuten und vorbeugenden Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche zu beteiligen.

Mein Beitrag (Zufallsanzeige):

Landau Doris 21.05 2010
Die Katholische Aktion ist wichtig, weil die tollen Dinge, die Kirche für die Menschen macht, endlich sichtbar gemacht werden.

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